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Aktuelles


Tag der Begegnung in Bad Bocklet

Mangel an Geld und Nachwuchs

"Den Selbsthilfegruppen geht es nicht gut. Sie leiden unter Zuschussmangel, Bürokratismus und fehlendem Nachwuchs.
Selbsthilfegruppen sind unverzichtbar im medizinischen Alltag und von hohem Wert für unsere Gesellschaft." Mit dieser Feststellung eröffnete die frühere Hausärztin Sabine Dittmar aus Maßbach, jetzt Bundestagsabgeordnete der SPD, als Schirmherrin den "Tag der Begegnung" im Bad Bockleter Kursaal. Zum vierten Mal präsentierten Selbshilfegruppen und soziale Einrichtungen aus dem Landkreis Bad Kissingen und naher Umgebung ihr unterschiedliches Leistungsspektrum.
"Man interessiert sich dafür wohl erst dann, wenn man selbst betroffen ist", vermutete Thomas Heinrich von der Selbsthifegruppe für Eltern anfallskranker Kinder, der mit Peter Wehner, Corinna Köth und Karin Knaus sechs Monate lang das Programm vorbereitet hatte. Seit sechs Jahren treffen sich die Ehrenamtlichen alle zwei Jahre im Bad Bockleter Kursaal.
Denn am Geld mangelt es allen Gruppen, zumal nicht jede vom Gesetzgeber anerkannt und von den Krankenkassen bezuschusst wird. Während die Förderung aller gesundheitlichen Selbsthilfegruppen, wie die Rheumaliga, seit 2008 gesetzlich geregelt ist, sind zoziale (Trauerbewältigung) oder Suchtgruppen (Anonyme Alkoholiker) auf Spenden angewiesen.
"Hier ist die Politik gefordert", verlangte Andreas Selig (Paritätischer Wohlfahrtsverband) in der Diskussionsrunde "Ehrenamt - aller Ehren wert?". Denn gerade die sozialen Selbsthilfegruppen "bilden doch einen Gesellschaftlichen Mehrwert."
Das größte Problem wohl aller Selbsthilfegruppen ist aber der fehlende Nachwuchs. "In unserer Gruppe mit 32 Mitgliedern liegt das Durchschnittsalter bei 70 Jahren." Sie selbst ist 74. Gern würde sie ihr Amt in jüngere Hände abgeben. Braun: "Ich mache eben, solange ich kann." Es wäre nicht die erste Selbsthilfegruppe, die nach Amtsverzicht des oder der Vorsitzenden aufgelöst wurde.
Darüber macht sich Christa Büttner von der neuen Selbsthilfegruppe für Lebensmittel-Intoleranz noch keine Sorgen. Sie ist noch beim organisatorischen Aufbau und bei der Programmplanung. Fast 40 Interessenten sind am 7. Okt. zur Gründungsversammlung gekommen: "aus der ganzen Region bis rauf nach Bischofsheim."
In Bayern sind über 500 000 Mitglieder in 11 000 Selbsthilfegruppen zu über 800 verschiedenen Themen organisiert. In der Region Bad Kissingen gibt es etwa 40 Gruppen.

Auszug aus dem Artikel der Saale-Zeitung vom Dienstag, den 15. Oktober von Sigismund von Dobschütz.
Fotos: Thomas Heinrich

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