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Epilepsie


Epilepsie ist die häufigste neurologische Erkrankung im Kindesalter.
Jeder Mensch kann einen epileptischen Anfall bekommen, wie z.B. einen Fieberkrampf. Die meisten Epilepsien beginnen im Kindes- und Jugendalter. In der Bundesrepublik Deutschland mit Ihren etwa 80 Millionen Einwohnern leiden etwa 200.000 Kinder an Epilepsie. Sie ist somit im Kindesalter häufiger als die bekannteren Erkrankungen, wie Rheumatismus, Diabetes oder Tuberkulose. Da Epilepsie nicht meldepflichtig ist, liegen jedoch keine genaueren Zahlenangaben vor.

Epilepsie ist eine organische Erkrankung des Gehirns. Ein epileptischer Anfall ist eine vorrübergehende Funktionsstörung des Gehirns, hervorgerufen durch Spontanentladungen größerer Hirnzellverbände. Vorangegangen ist eine Steigerung der Erregung von Nervenzellverbänden und/oder eine Herabsetzung von Bremsfunktionen bestimmter Überträgerstoffe im Gehirn. Ein oft gebrauchtes Bild zum Erklären des Geschehens ist das "Gewitter im Kopf" (Quelle: Epilepsie - Aspekte 3).

Die häufigste Ursache der kindlichen Epilepsie ist eine Hirnschädigung während der Schwangerschaft oder Geburt oder eine Hirnetzündung (somatische Epilepsie). Epilepsien werden nicht vererbt!
Lediglich vererbt werden kann eine Veranlagung, unter bestimmten Bedingungen mit einer Epilepsie zu reagieren (Quelle: Epilepsie - Aspekte 3). In einer Familie ist das Auftreten von Epilepsie in den meisten Fällen eine einmalige Erkrankung, die bei den Eltern und in der näheren Verwandtschaft nicht vorausgegangen ist und sich in der folgenden Generation auch nicht wiederholt.
Das Risiko für ein Kind, irgendwann in seinem Leben an irgendeiner Form von Epilepsie zu erkranken, liegt in der Gesamtbevölkerung bei etwa 1%. Bei einer Epilepsie eines Elternteils liegt es bei etwa 10% - das ist zwar deutlich höher, aber dennoch sehr niedrig. Für Familien, in denen häufiger Epilepsien aufgetreten sind, liegt das Risiko bei etwa 25-30% - hier wäre dann zu empfehlen, eine humangenetische Beratungsstelle aufzusuchen (Quelle: Anfälle im Kindesalter, Helmut Volkers, Gustav Fischer Verlag).

Epileptische Anfälle können in jedem Lebensalter beginnen, unter bestimmten Voraussetzungen bereits unmittelbar nach der Geburt. Bei 3/4 aller Epilepsiekranken setzen die ersten epileptischen Anfälle vor dem 20. Lebensjahr ein und hier wieder besonders häufig in der ersten 3 Lebensjahren und in der Pupertät.

Die Erkrankung erlaubt jedoch keine sicheren Rückschlüsse auf die Ursache der Epilepsie, Ihren weiteren Verlauf oder ihre Heilungschancen.
Das Auftreten eines einzelnen epileptischen Anfalls bedeutet nicht gleich den Beginn einer Epilepsie. Von einer Epilepsie spricht man, wenn sich immer wieder Anfälle ereignen, ohne dass für einen einzelnen Anfall ein unmittelbarer Auslöses erkennbar ist. Dies bedeutet u.A., dass es sich bei einer Epilepsie immer um eine chronische (länger andauernde) Erkrankung handelt. Sie muss aber nicht ein ganzes Leben andauern (Quelle: Unser Kind hat Anfälle - Epilepsiezentrum Kork).

Mit Geisteskrankheit hat Epilepsie nichts zu tun!

Die meisten epilepsiekranken Kinder sind sowohl psychisch, wie auch physisch gesund - sowohl hinsichtlich ihrer Intelligenz, als auch ihres Verhaltens. Epilepsie bedeutet nicht gleich Behinderung! Es treten in der Öffentlichkeit sicherlich eher Kinder mit einer Behinderung und einer Epilepsieerkrankung in Erscheinung, als an Epilepsie erkrankte Kinder ohne Behinderung. Dies führt fälschlicherweise wohl bei dem Einen oder Anderem zu der Annahme, Behinderung und Epilepsie gehören zusammen. Aber, da man einem Kind die Krankheit Epilepsie nicht ansehen kann, wie sollten dann diese Kinder in Erscheinung treten? Ein Kind oder Jugendlicher mit einer Epilepsieerkrankung, der/das seine Krankheit mit oder sogar ohne Medikamente relativ gut oder sogar sehr gut kontrollieren kann, der/das lebt sein Leben wie jedes ander Kind/Jugendlicher auch: geht in die Kinderkrippe, den Kindergarten, spielt, schwimmt, treib Sport, besucht die Schule, studiert an der Universität... Es wird außer in den Anfallssituationen nicht außergewöhnlich in Erscheinung treten. Ich weiß wovon ich da rede, denn ich war als Kind selbst an Epilepsie erkrankt, wobei nie geklärt werden konnte, um welche Anfallsform es sich gehandelt hat, noch wurde medikamentös behandelt. Die Anfälle hörten mit Beginn der Pupertät auf (Quelle: Elke D.C.).

Egal um welche Form des Anfalls es sich handelt, muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die größte Gefahrenquelle im Bereich des Wassers liegt. Die meisten Unfälle mit schwerem Ausgang finden im Zusammenhang mit einem Krampfanfall im Wasser statt - egal ob Badewanne oder Schwimmbad, bitte lassen sie Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt! Schon ein sogenanntes "Sitzbad" kann zur tödlichen Falle werden, wenn ihr Kind einen Anfall erleidet und keine Kontrolle mehr über seinen Körper hat.
Natürliche Gewässer (Meer, Badesse, Fluss) stellen durch die Strömungen die größte Gefahrenquelle dar und sollten auf jedenfall gemieden werden.


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